An sich ein sehr schöner Soundtrack, aber die originale Variante von 1992 (Morgan Creek) hat einen großen Haken: Zuerst sind alle Tracks von Trevor Jones gesammelt, dann die von Randy Edelman. Dadurch hört man in der ersten Hälfte so oft das Hauptthema von Trevor Jones, dass man es schon vor Beginn der zweiten Hälfte nicht mehr hören will und in der zweiten Hälfte fehlt jegliche Orientierung, weil das Hauptthema gar nicht mehr kommt. Ich frage mich wirklich, wer für diesen unmusikalischen Blödsinn verantwortlich ist.
Deshalb habe ich mir ziemlich bald eine eigene Reihenfolge gebrannt und zwar: 1, 2, 10, 3, 12, 5, 15, 4, 6, 14, 7, 11, 13, 8, 9, 16. Trotzdem empfehle ich an dieser Stelle nicht direkt die andere Version des Soundtracks aus dem Jahr 2000; mehr dazu später.
Zur Musik: Trevor Jones Stil ist ein wenig Zimmer-ähnlich: recht basslastig, relativ einfache Arrangements, aber trotzdem sehr reizvoll. Nichtsdestotrotz ist es eigenständig. Als Hörproben empfohlen sei hier zunächst das Main Title, was es von vorn herein hervorragend versteht, Spannung aufzubauen, die sich dann im Hauptthema auflöst. Trotz der Kürze ein sehr schön komponiertes Stück. Auch sehr schön: Elk Hunt, Fort Battle, Massacre/Canoes; letzteres ist zwar sehr lang (fast 7 Minuten), aber deswegen ist nicht mehr an Kreativität drin.
In Randy Edelmans Teil ist der Stil nicht so eindeutig; teilweise lehnen sich die Stücke an Jones Teil an, teils sind sie sehr eigenständig. Am besten hieraus gefällt mir The Courier. Alle aneinander gereiht verblassen diese Stücke sehr stark, aber gemischt mit Jones Titeln sind sie eine schöne Würze. Leider habe ich den Film noch nicht gesehen, aber ich denke damit verhält es sich sehr ähnlich.
In meiner Reihenfolge bekommt das Album von mir 4 Sterne. FĂĽr die Titelreihenfolge der alten Version sollte man den Hersteller verklagen, aber schlieĂźlich hat ja heute fast jeder einen Brenner am Computer und insofern ist das ja auch nicht mehr so dramatisch. ;)
Die Version aus dem Jahr 2000 ist eine Neuaufnahme mit dem Royal Scottish Orchestra (diese CD kenne ich nur von Hörproben). Sie ist klanglich etwas anders, weil vermutlich rein akustisch aufgenommen, ohne die im Original vorhandenen synthetisch verstärkten Bässe. Insbesondere das Main Title funktioniert dadurch aber meiner Meinung nach nur noch ansatzweise, einen Blick ist das Album sicherlich trotzdem wert. Nach Möglichkeit sollte man sich Hörproben für beide Alben von möglichst hoher Qualität besorgen (z.B. iTunes), um wirklich einen Eindruck der verschiedenen Klangversionen zu bekommen und sich danach zu entscheiden. Beide CDs gleichzeitig sind dann wohl doch eher etwas für ganz große Liebhaber des Films bzw. Scores.











