The Dark Knight nun (der Titel Batman Begins 2 klingt zwar ziemlich bekloppt, trifft den Nagel aber in vielerlei Hinsicht auf den Kopf) geht weiter in diese Richtung und vervollkommnet die Einheit zwischen vom Orchester eingespielten Teilen und reinen Synthi-geborenen Soundeffekten weiter. Teilweise klingt er klassischer als Batman Begins, aber auf der anderen Seite steht da dieser unglaubliche Track 1 "Why So Serious", der so fürchterlich ist, dass man ihn schon wieder lieben muss. Hier haben Hans Zimmer und James Newton Howard sich wirklich etwas getraut, denn so etwas hat man bisher praktisch nicht auf einer Soundtrack-CD zu hören bekommen. Der Track ist praktisch eine Aneinanderreihung verschiedener Effektpassagen, die allerdings meist irgendwo einen akustischen (d.h. mit Instrumenten erzeugten) Kern haben. Teilweise gibt es keinen Übergang, sondern es sind Teile per Hardcut aneinander gereiht, die beim ersten Hören möglicherweise nichts gemeinsam zu haben scheinen. Je öfter man die Musik hört, desto klarer wird einem jedoch, dass jeder neue Teil eine praktisch notwendige brutale Konsequenz aus dem Teil davor ist. Man kann sich dieses Monster einmal im Webradio anhören, um einen kleinen Eindruck davon zu bekommen, aber erst im Film bzw. mit dem Film im Hinterkopf kann sich der Track zu voller Wirkung entfalten. Denn im Endeffekt spiegelt dieses Stück perfekt die Machenschaften des Jokers wieder, der das Chaos zur neuen Ordnung erheben möchte.
Der Rest des Soundtracks ist deutlich ziviler. Dennoch gibt es immer wieder Stellen, die auf "Why so serious?" rückbeziehen, und so die Einheit des Albums herstellen. Ansonsten gibt es nicht viel weiteres neues Material das erwähnenswert wäre, aber dafür wird mit den alten und den neuen Motiven aus "Why So Serious?" richtig komponiert, es gibt schöne Entwicklungen und die Arrangements sind stellenweise richtig vielschichtig. Der letzte Track, "A Dark Knight" (16:15 min!) scheint geradezu ein Aufschrei "juhu ich kann komponieren" zu sein und ist eigentlich das perfekte Credits-Stück. Schade, dass es im Film bzw. in den offenbar zu kurzen Credits nicht vorkommt.
Fazit: Hans Zimmer traut sich was und integriert Elektronik homogener und effektvoller wie selten zuvor. Und James Newton Howard steigert die klassische Musikalität und sorgt für Abwechslung. Schon deshalb ist es ein sehr interessanter Soundtrack, weil er in seiner Art so bisher einzigartig ist. Sehr empfehlenswert!
Kleiner Tip: Soundtrack einmal hören, Kinofilm ansehen (definitiv auch ein MUSS), Soundtrack nochmal hören und den Unterschied erleben.
Update 1.Dez.08: Jetzt hat er doch seine 5 Sterne von mir, der Soundtrack. Auch wenn ich ihn mittlerweile schon sehr oft gehört habe, verliert er fast nichts von seiner Faszination. Was so lange nicht langweilig wird, muss gut sein.











